Vor der Ausstellung

Die Tage werden kürzer, das Laub bunter und unsere Hühnerschar, unsere neue Generation wird immer größer.
So schön der Sommer auch ist, der Herbst und die Winterzeit bieten ebenso viele schöne Momente. Gerade für uns Zwerghuhnzüchter kommt jetzt die Erntezeit für die Mühen der vergangenen Monate.
Mit zunehmender Reife unserer Pfleglinge reifen auch die Wünsche und Hoffnungen für die anstehende Ausstellungssaison.
So langsam beginnt wieder das Kribbeln....der Reiz des Messens mit Gleichgesinnten, der „Kick“ als besonderes i-Tüpfelchen unseres schönen Hobbys.
Werden die eigenen Erwartungen auch auf der Ausstellung bestätigt oder übertroffen oder auch enttäuscht? Ein Fragezeichen bleibt jedes Jahr aufs Neue. Das ist das Spannende des Züchtens und des Schauwesens. Dort wo menschliche Urteile fallen, wird es immer unterschiedliche Auffassungen über richtig und falsch geben. Dazwischen liegt meist die Wahrheit.....
Und....Preisrichter sind auch nur Menschen. Ohne deren ehrenamtliches Engagement gäbe es unsere Ausstellungswesen nicht!

Jetzt zum Ende der Aufzucht sollten möglichst nur noch die besten und schönsten Tiere im Stall sein. Die Kandidaten, die auf der Ausstellung die „Lorbeeren“ einheimsen sollen.
Auch die Tiere sollten noch im Stall sein, die vielleicht für die Schau nicht geeignet sind, die aber für die eigene Zucht für die Zukunft von Vorteil sein können. Jeder ambitionierte Züchter sollte seine Tiere entsprechend beurteilen können, seine Prioritäten kennen und sein persönliches Ziel der Zuchtverbesserung vor Augen haben.
Vitalität und Leistung sind besondere Eckpfeiler einer erfolgreichen Zucht! In der Natur würde dieser Aspekt auf natürliche Weise gelöst. Bei uns Züchtern müssen wir dies leisten. Magere, lustlose oder kränkliche Tiere durchzufüttern, seien sie auch noch so schön, bringt einfach nichts.
Je mehr Platz, Luft und Futter für die „richtigen“ Kandidaten zur Verfügung stehen, um so besser werden diese sich entwickeln und auf der Ausstellung präsentieren können.
Immer mehr kristallisieren sich die am besten veranlagten Kandidaten heraus.
Hat man anfangs notgedrungen die Kopfpunkte als Ausschlusskriterien herangezogen, sind jetzt Typ und Formmerkmalen immer mehr im Fokus.
Gerade bei den Holländischen Zwerghühnern ist die waagerechte Körperhaltung ein ganz wichtiges Merkmal. Durch die waagerechte Haltung wird auch zumeist der Schwanz entsprechend hochgetragen, um möglichst auf Augenhöhe als höchsten Punkt zu enden. Die hohlrunde Rückenlinie(2-3 fingerbreit) ist das Aushängeschild eines wahren „Holländers“. Der tiefste Punkt der Rückenlinie sollte sich möglichst mittig über den Läufen befinden.

Kompromisse in puncto Haltung und Form sollte man nach Möglichkeit nur in Ausnahmefällen machen.
Sollte es bis dato noch nicht geschehen sein, werden auch jetzt nochmal die heranwachsenden Kopfpunkte kritisch unter die Lupe genommen. Des Öfteren kann man jetzt gerade bei den kleinen Kammzacken der Hennen mögliche Mängel plötzlich erkennen. Wohl dem, der Hennen und Hähne früh getrennt hat. So minimiert man das Risiko abgepickter Kammzacken.
Mit der letzten Mauser erscheint das Gefieder nun so, wie es sich auch später auf der Ausstellung präsentiert. Defekte Federn können zum Spätsommer noch gezogen werden. Aber immer bedenken, dass sie gut 4-6 Wochen für das Nachwachsen benötigen. Eine regelmäßige und frühzeitige Handkontrolle ist sicher nicht verkehrt.
Bei den Wildfarben sollte jetzt nach Rieselung(möglichst gleichmäßig verteilt, je feiner umso besser) und verpönter Flitterbildung(heller Saum) sortiert werden. Sieht man im Stall die Unterschiede weniger, offenbart das Tageslicht im Auslauf die (manchmal nicht gewünschte) Realität. Je nach Auswahl kann man rabiat oder mit Maß bei der Selektion vorgehen. Derjenige, der konsequent dabei vorgeht, wird eher früher als später den Lohn dafür einfahren.
Ebenso ist spärlicher Grünglanz bei den Schwarzen oder gelber Anflug bei den Weißen am besten bei Tageslicht zu beurteilen.
Die Mühen, die man sich vom Kükenalter an hinsichtlich der Fütterung gemacht hat, sollten jetzt Früchte tragen. Ölhaltige Körner(Sämereien, schwarze Sonnenblumenkerne etc.) für den Grünglanz und Aminosäuren und Mineralien für festes und reichhaltiges Gefieder (Weichfutter mit Mineralien, Bierhefe, Reiskleie, Erdnusskerne etc.) wirken sich auf das Knochenskelett und die Gefiederstruktur positiv aus.
Was im Frühjahr und Sommer verpasst wurde, kann man im Herbst und Winter nicht mehr nachholen. Vor dem Erfolg haben die Götter halt den Schweiß gesetzt....
Zum Ende des Sommers ist auch oftmals die perfekte Zeit, um gleichgesinnte Züchter nach einer möglichen Zuchtverstärkung für die zukünftige Saison zu fragen. So besteht die Gewissheit, dass man zum Ende des Jahres auch die gewünschte Neu-Verpflichtung für sein Team erhält und man kann die anstehenden Ausstellungen als Verkaufs- bzw. Tausch-Stätte in Anspruch nehmen.

Also auf und mit kritischem Auge durch Stall und Auslauf laufen.....

Eine erfolgreiche Ausstellungssaison wünscht euch....

 

Euer

Andreas Stephan

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