von Züchter für Züchter

Teil 3

 

Der Kopf

 

Die Zierde unserer Tiere ist der Kopf. Nicht nur beim Hahn sondern auch bei der Henne sind wohl proportionierter Kamm, Kehllappen und Ohrscheiben ein wirklicher Hingucker.

Auch kann man anhand dieser Merkmale die Vitalität, Kondition und Pflegezustand der Hühnchen sehr gut beurteilen. Ein zu großer und instabiler Kamm ist genauso wenig schön anzusehen, wie zu kleine Kopfpunkte. Neben den genotypischen Eigenschaften der Tiere ist vor allem der Züchter gefragt, seine Tiere zum Ausstellungszeitpunkt X topfit zu bekommen. Die Kopfpunkte sind der Spiegel dafür.

Eiweißreiche Fütterung und vermehrte Lichtzufuhr ca. 3-4 Wochen vor dem anvisierten Termin sind dazu von Nöten.

Idealerweise besteht der Kamm der Holl. Zwerge aus 4-6 gut und breit geschnittenen Kammzacken.

Aber hier gibt es oftmals mathematische Differenzen ob der Anzahl der Kammzacken. Wann fang ich an zu zählen? Zählt der Vorkamm dazu? Ist das ein Zacken oder nur ein Knubbel? M-Zacken oder nur unschön geschnitten?

Ein bisschen Anatomie, aber ganz viel Diskussion...... .

Eigentlich gibt im Standard keine Unterscheidung zwischen Vorkamm und Kamm.....also ist beides eins.

D.h. man sollte einfach vorne anfangen, die Spitzen zu zählen, die eindeutig als Kammzacken zu definieren sind.

Es bleibt jedem dann noch überlassen, für den Kandidaten oder gegen den Kandidaten zu zählen.

Kleine und faltenfreie Kehllappen (Aufklappen der Kehllappen beachten)und schöne weiße Ohrscheiben( kleine Bisswunden sind zu tolerieren) runden das Bild des perfekten Holländerkopfes ab.

Und last but not least.....tief in die Augen schauen! Leuchtend und lebhaft soll die Iris sein. Die Augen vergisst man manchmal... .

3 oder 4 Zacken?  :)

 

„Viel Spaß beim Zählen“

Euer

Andreas Stephan

Teil 2

 

Der Zuchtstamm

 

Qualmende Köpfe sieht man in der Zeit nach der letzten Ausstellung  und vor der Brutsaison in den Hühnerställen. Aufzeichnungen werden gemacht und wieder verworfen. Manchmal kann es Tage dauern, bis der „perfekte“ Stamm zusammengesetzt ist.......manche schaffen`s auch in ein paar Minuten.

Es sollte aber ein paar Gedanken und Zeit bedürfen, die Tiere entsprechend ihrer Vorzüge und Nicht-Vorzügen zusammen zu paaren. Der kommende Erfolg in der neuen Saison wird diese Mühe sicher entlohnen.

Wohl dem, der über Jahre über Fallnestkontrollen eine genaue Abstammung seiner Tiere vorweisen kann. Das ist planmäßiges Züchten!

Leider kann das nicht jeder aufgrund von Zeitmangel, Aufwand und bauliche Gegebenheiten.

So sollte man dann seine Zuchtstämme möglichst klein halten(1,1 bis 1,3), so dass man einen gewissen Überblick behält. Aufzeichnungen zu jedem Stamm bzw. den Mitgliedern des Zuchtstammes sollten selbstverständlich sein. So können zumindest einige Vor- und Nachteile später recherchiert werden(Befruchtung des Hahnes, Vitalität der Küken, Eigrößeetc....). Je kleiner der Stamm ist umso eher ist es möglich, die Jungtiere ihren leiblichen Eltern auch ohne Fallnestkontrolle zu zuordnen.

Nur vitale Tiere gehören in den Zuchtstamm! Tiere, die man das Jahr über immer aufpäppeln musste, sollten nicht behalten werden. Auch wenn sie noch so schön sind.

Vitalität sollte der Grundpfeiler jeder erfolgreichen Zucht sein!

Bei der Auswahl der richtigen Zuchttiere stehen gerade bei den Holländischen Zwerghühnern an erster Stelle der Typ und die Form .

Tiere mit langem Rücken und flacher Schwanzhaltung sind keine passenden Holländer-Typen! Auch wenn sie noch so schöne Farbkriterien und Kopfpunkte haben.

Ganz entscheidend für die Form der Holländischen Zwerghühner ist die waagerechte Körperhaltung. Je waagerechter diese ist umso wertvoller ist das Zuchttier.

Bei waagerechter Haltung ist die Schwanzhaltung meist richtig hoch(Schwanz nicht höher als Kamm) und der Rückenschwung kommt zur Geltung. Der tiefste Punkt des Rückens sollte über den Läufen sein. Eine volle und hochgetragene Brust runden das Bild ab.

Durch gezielte Verpaarung können Defizite des einen durch Vorzüge des anderen geschickt ausgeglichen werden.

Allerdings erlebt man doch immer wieder trotz entsprechender Akribie einige Überraschungen. Das ist das Spannende an unserem Hobby.

 

waagerechte Körperhaltung

abfallende Körperhaltung

„Gute Zucht“

Euer

Andreas Stephan

Teil 1

 

„Nach der Ausstellung ist vor der Ausstellung“..... so heißt es jetzt in den meisten Zuchtstätten.

Nach der letzten Schau werden schon im Kopf die neuen Zuchtstämme zusammengestellt. Waren die Urteile der Preisrichter mit ein bisschen Abstand doch nicht so verkehrt? Was muss verbessert werden? Schafft man die Verbesserungen mit den eigenen Tieren? Muss vielleicht ein neuer „Star“ verpflichtet werden?

Viele Gedanken, die einen immer wieder auf ein Neues beschäftigen....bei vielen sind die Gedanken schon vor der ersten Ausstellung gereift und man hat genügend Zeit, nach potentieller Verstärkung Ausschau zu halten.

Wie auch immer..... nach der stressigen Ausstellungssaison heißt es jetzt, den Tieren die nötige Erholungsphase zu gönnen.

Vielleicht orientiert man sich an der Natur- das Licht im Stall wird dem natürlichen Rhythmus angepasst(früh dunkel, spät hell). Das Futterangebot wird nach den „fetten“ Monaten vor der Saison deutlich reduziert. Kein Legemehl, die Körnerration wird mit Gerste oder Hafer gestreckt,  Obst und Gemüse sollten den Speiseplan bereichern.

So haben die Tiere die Möglichkeit, zu „entschlacken“ und überschüssige Fettreserven los zu werden. Die Legetätigkeit wird damit rasch eingestellt.

Vier bis sechs Wochen sollten sie so auf Sparflamme gehalten werden.

Jetzt wäre auch ein guter Zeitpunkt, tierärztliche Kontrollen und ggfs. Behandlungen durchzuführen. Selbstverständlich sollten nur vitale Tiere den Weg in den Zuchtstamm finden. Hier heißt es für den Züchter konsequent zu sein und langfristig zu denken. Leider ist manchmal das schönste Tier oftmals nicht das vitalste. Züchten heißt selektieren....

Ca. drei Wochen vor Brutbeginn geht es dann genau anders herum. Viel Licht(besonders morgens früh einschalten), gutes Futter(weniger Körner, mehr Zuchtfutter/Legemehl), Mineralien, Obst und Gemüse. Ähnlich wie in der Natur wird sehr bald der „Schalter“ auf Fortpflanzung gestellt und es kann wieder spannungsvoll auf ein Neues los gehen.

 

„Gute Zucht“

Euer

Andreas Stephan

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