von Züchter für Züchter

Teil 7

 

Die Aufzucht

 

 

Der Sommer beginnt und die hoffentlich reichliche Nachzucht wächst und gedeiht.

Manchmal wachsen die Kleinen schneller als einem lieb ist. Wenn der Platz enger wird, denkt man sich: „Ach hätte ich doch nicht alle Eier eingelegt“.

Jetzt heißt es regelmäßig seine kleinen Tierchen beobachten und mustern. Alles was in der Vitalität und Wachstum zurückbleibt sollte aussortiert werden. Es bringt nichts, alles mit durchzufüttern. Gesundheit und Robustheit sind das Fundament jeder erfolgreichen Zucht.

Zudem ermöglicht mehr Platz im Stall den hoffnungsvollen Kandidaten eine bessere Entwicklung.

Gerade in der warmen Zeit fördern überbelegte Ställe eine rasante Verbreitung von Krankheiten. Ich denke gerade an Coccidien, bei denen von einem auf den anderen Tag die Tiere erkranken.

Also Bewegungsfreiheit im Stall und Auslauf sollten hohe Priorität haben. Auch genügend Futter- und Wasserstellen sollten zur Verfügung stehen, damit möglichst alle Tiere bei Bedarf gleichzeitig fressen und trinken können.

Um Langeweile vorzubeugen bevorzuge ich Kükenfutter in Mehlform zur ständigen Aufnahme. Das sättigt nicht so schnell und die Tiere sind im Grunde den ganzen Tag mit der Futteraufnahme beschäftigt.

Ansonsten sind bei der Fütterung der Phantasie kaum Grenzen gesetzt. Abwechslung ist nicht nur für uns nett, auch unsere Tiere danken uns das. In Weichfutter(in Wasser aufgeweichtes Brot) kann man so viele Zutaten hinein mischen. Mineralien, Kalk, Bierhefe, Reiskleie, Kräuter, Öle u.v.m. sind Bestandteile, die mit Vorliebe verputzt werden.

Grünfutter wie Gras, Klee, Brennnesseln oder Gemüse wie Zuccini, Möhren, Gurken oder Obst wie Äpfel, Birnen etc. komplettieren den Futtertisch.

Die Mühen, die man jetzt zu Beginn der Aufzucht in die Fütterung und Gesundhaltung investiert, werden am Ende der Saison oftmals entlohnt.

Um Platz im Stall zu schaffen, muss regelmäßig die „Truppe“ begutachtet werden.

Anfangs wird man sich auf Kammschnitt und Vitalität beschränken. Die Hähnchen kann man schon recht zeitig nach entsprechenden Kammkriterien durchschauen.

Aber auch formlich lassen einige Kandidaten schon manches Potential erkennen. Die waagerechte Haltung und der angehobene Schwanz lassen sich oft schon im Kükenalter kritisch beurteilen.Jedoch auch anfänglich eher unscheinbare Tiere, überraschen im Herbst nach der letzten Mauser plötzlich.

Aber man muss sagen, früh nach Form auszusortieren, bedarf schon mancher Erfahrung.

Ähnlich verhält es sich mit den Farbaspekten. Bei den Wildfarben lassen sich zeitig Tiere mit feiner, gleichmäßiger Rieselung von denen mit recht grober unterscheiden. Gerade die Flügelbinden bei den Hennchen weisen oftmals den farblichen Weg.

Diejenigen, die im Kükenfederkleid zu grob erscheinen, werden bei mir sukzessive aussortiert. Auch Flitter(heller Saum um die Mantelfedern) erkennt man relativ früh, gerade bei Tageslicht bei der Bewegung im Freien.

Brustfülle und –farbe verändern sich im Laufe der Entwicklung noch ziemlich stark. Da sollte man bis nach der letzten Mauser abwarten.

Ist die Auswahl an Tieren groß, kann bzw. sollte man strenger vorgehen. Ist sie kleiner sollte man Prioritäten setzen. Und immer beachten: die Form ist das A und O!

Formlich zeigen manche schon früh ihr mögliches „Potential"

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Nuancen der Rieselung kann man schon früh unterscheiden(feine Rieselung unten)

 

„Eine erfolgreiche Aufz

ucht“ wünscht

 

Euer

Andreas Stephan

Teil 6

 

Die Brut

 

Das Frühjahr ist da und die Zucht hat begonnen. Länger werdende Tage, zusätzlich elektrische Lichtgaben und bestes Futter sollten jetzt für einen entsprechenden Eiersegen gesorgt haben. Nach 1-3 Wochen des Sammelns können nun die ersten Eier hoffnungsfroh in die Brutmaschine eingelegt werden.

Zuvor sollte man sich vergewissern, dass die Elektronik der Heizung und des Wendapparates ordnungsgemäß funktionieren. Natürlich sollten die Spuren der letzten Saison beseitigt, der Apparat gereinigt und desinfiziert sein.

Die beste Bruttemperatur wird jeder nach seiner Erfahrung festgelegt haben. Im Durchschnitt wird sie bei 37,8°C liegen dürfen. Eine zu hohe Temperatur ist meist schädlicher als eine etwas zu niedrigere. Bei zu hoher streben die Küken im Ei häufig im letzten Drittel der Brutphase ab, da zu den zu hohen Außentemperaturen noch die zunehmende Wärme im Ei hinzukommt.

Bei zu niedriger Temperatur verzögert sich meist der Schlupf um 1-2 Tage.

Es ist ohnehin so, dass häufig die Küken aus kleineren Eiern meist einen Tag früher das Licht der Welt erblicken, als die Genossen aus größeren Eiern.

Verfügt der Brutapparat über mehrere Horden, so sollte nach einer gewissen Zeit die Lage der Eierhorden getauscht werden. Die oberste nach unten, die unterste nach oben usw. . Im Apparat selber gibt es nämlich einen Temperaturunterschied von oben nach unten. Durch das Wechseln wird gewährleistet, dass alle Küken sich gleichmäßig entwickeln und möglichst zur selben Zeit mit dem Schlupf beginnen.

Nach 5-7 Tagen kann zum ersten Mal die Befruchtungsrate überprüft werden. Jetzt könnte man je nach Ergebnis ggfs. Hähne oder Hennen noch austauschen..... bringt aber immer neue Unruhe in den Stamm. Gut beraten ist derjenige, der ggfs. vor der eigentlichen Brut eine Probebrut zum Test seiner Kandidaten durchführt.

Das zweite Mal Durchleuchten der Eier findet im letzten Drittel statt, so dass am Ende nur noch die schlupffähigen Eier in die Schlupfhorde gelegt werden müssen.

unbefruchtet

abgestorben

befruchtet

Bewährt hat sich ein separater Brutapparat für den Schlupf. So bleibt das Brutabteil sauber und es können immer wieder Eier nach einer gewissen Spanne nachgelegt werden.

Küken mit einem maximalen Altersunterschied von 14 Tagen kann man meist gut zusammen aufziehen. Bei Altersspannen darüber leidet oftmals die Entwicklung der kleineren.

Betreibt der Züchter eine genaue Abstammungszucht, so werden die Eier je Stamm bzw. Henne in jeweils getrennte Schlupfabteile gelegt. Nach dem Schlupf werden die Küken dann entsprechend markiert und so kann man genau erkennen, wer Vitalität und Klasse gebracht hat. So baut man Schritt für Schritt seine erfolgreiche Zucht auf!

Stammschlupfhorde

In der Schlupfbrutmaschine herrscht maximal eine Temperatur von 37,0°C .

Zum Schlupf sollte die Feuchtigkeit 80-90% betragen. Durch Aufstellen von Wasserschälchen und zusätzlichem Besprühen der Eier mit Wasser kann man dies problemlos erreichen.

Während der Brut kann man hin und wieder auch etwas für zusätzliche Luftfeuchtigkeit tun, unbedingt notwendig ist dies nicht. Ich verzichte während der Brutphase gänzlich darauf. Nur beim Schlupf geht`s mit der Feuchtigkeit nach oben.

Bei mir werden die Eier lediglich in der letzten Woche zum Kühlen täglich für etwa 30-40 Minuten aus der Maschine geholt. Aber bitte Wecker stellen, damit man sie nicht über Nacht vergisst und man dies erst mit Schrecken am nächsten Morgen bemerkt! Meist schlüpfen sie aber trotzdem ganz gut.......

Die neuen digitalen Maschinen haben ein Abkühlprogramm integriert, so dass die Eier schön im Brutapparat verbleiben können.

Beginnt der Schlupf nun, sollte die Tür nur bei Bedarf geöffnet werden, um das Mikroklima nicht unnötig zu stören. Ab und zu ist es für den Platz sinnvoll, leere Eierschalen heraus zu sammeln. Anschließend Eier wieder mit Wasser besprühen und die Tür schnell wieder schließen.

Oftmals ist man verleitet, den kleinen Küken bei ihrem beschwerlichen Schritt ins Leben zu helfen. Starke und robuste Küken schaffen das aber in der Regel selber. Auch dies gehört zu einer natürlichen Selektion dazu. Und wir wollen ja muntere und frohwüchsige Küken aufwachsen sehen. Konsequenz ist eine Tugend des erfolgreichen Züchters.

„Eine erfolgreiche Brut“ wünscht

 

 

Euer

Andreas Stephan

Teil 5

 

Das Brutei

 

Langsam werden die Tage wieder länger, die Sonne lässt sich öfter sehen und es wird endlich wieder wärmer.

Auch in unseren Ställen werden die Tiere munterer, das Federkleid komplettiert sich und die Kämme werden wieder roter und leuchtender.

Dank verlängerter Lichtzufuhr und eiweißreicherem Futter sollten langsam die ersten Eier in den Nestern liegen.

Die Nester sollten gesäubert und mit frischem Stroh oder Heu versehen sein. Ausreichend sollte die Anzahl der Nester sein, damit sich die Hennen nicht bei der Eiablage knubbeln und ggfs. die Eier verschmutzt oder zerdrückt werden. Für 4 Hennen sollten 2 Nester schon aufgestellt werden..... .

Gerade wenn es noch frieren könnte, sollte man die frischen Eier regelmäßig einsammeln, damit der Keim keinen Schaden nimmt. Gelagert werden die Eier am besten im Keller bei ca. 10 °C.

Eine handelsübliche Eierhorde eignet sich hierfür sehr gut. Meist werden die Eier auf der Spitze gelagert, so dass sich Luftblase und Keimscheibe nicht an falscher Stelle festsetzen können.

Manche favorisieren auch die waagerechte Lagerung. Hierbei muss das Ei aber täglich mindestens 1x um die halbe Achse gewendet werden. Diese Lagerung kommt der Lage der Eier im Nest bei der Naturbrut am nächsten.

Je frischer die Eier sind, die in die Brutmaschine eingelegt werden, umso besser ist schlussendlich das Ergebnis. Damit aber genügend Eier zusammenkommen, sammeln die meisten etwa 2 Wochen, bis die Einlage in den Brutapparat erfolgt. Küken, die einen 2-wöchigen Altersunterschied aufweisen, kann man auch noch ganz gut zusammen aufziehen.

Aber auch bei 3 Wochen alten Eiern werden noch Küken schlüpfen, aber die Absterberate ist hierbei deutlich höher.

 

 

Man sollte nur entsprechend große und geformte Eier zur Brut verwenden. Hier gilt es als Züchter Hennen, die zu kleine, zu große oder deformierte Eier legen, zu erkennen, und ggfs. in Zukunft nicht mehr in der Zucht zu verwenden. Eigewicht und Eiform gehören auch zu wichtigen Merkmalen einer erfolgreichen Zucht.

Falls man die Eier beschriften möchte(welcher Stamm, welche Henne, Legedatum etc.), dann am besten auf der stumpfen Eiseite. Bleistift ist hierfür sehr gut geeignet. Und nicht zu viel auf das kleine Ei schreiben, da ansonsten zu viele Poren verschlossen werden könnten.

Verschmutze Eier kann man vorsichtig reinigen. Möglichst nur trocken oder mit ganz wenig Wasser, da man hierdurch eher den Schmutz in die Poren reibt und diese dann verkleben, so dass die Sauerstoff-Zirkulation im Ei gestört werden kann. Sind Eier zu arg verdreckt, dann sollte man sie lieber nur in der Küche verwenden.

Vor der direkten Einlage in den Brutschrank, der natürlich auch gut gereinigt sein sollte, kann man die Eier mit einem geeigneten Desinfektionsmittel besprühen. Das senkt die Keimbelastung im Brutapparat.

Hat man alle Vorkehrungen getroffen, kann es endlich losgehen. Endlich wieder eine neue Brut, die mit Spannung auf ein Neues erwartet wird.

Eine automatische Wendung, ausreichend Luftzufuhr, die passende Temperatur

(ca. 37.8°C), Abkühlphasen und zum Ende der Brut eine erhöhte Luftfeuchtigkeit sollten dann den erhofften Erfolg schon bringen.

 

Aber auch hier erlebt immer wieder kleinere oder größere Überraschungen!

„Gute Zucht“

 

Euer

Andreas Stephan

Teil 4

 

Fütterung des Zuchtstammes

 

Jetzt beginnt sie wieder.... . Die Zeit der Hoffnung, Spannung und Vorfreude. Wieder eine neue Zuchtsaison, wieder eine neue Generation, wieder ein neuer Anlauf..... .

Nach den „fetten Tagen“ vor und während der Ausstellungssaison heißt es jetzt, überschüssige Fettreserven wieder abzubauen, damit die Zuchttiere mit dem idealen Kampfgewicht in die Saison starten können.

Das Körnerfutter sollte reduziert werden, ggfs. gestreckt werden mit Hafer oder Gerste. Anfänglich werden sie diese unpopulären Körner meiden, der Hunger wird sie eines Besseren belehren. Der Trog sollte in wenigen Minuten leer gefressen sein. Stürzen sich die Pfleglinge jedes Mal rabiater auf den Pfleger, hat man vielleicht etwas zu wenig gegeben. Liegt morgens oder abends noch zu viel im Trog, war die Portion zu groß. Gefüttert werden sollte morgens und abends. Standfutter ist in dieser Diätphase kontraproduktiv.

Obst wie Äpfel und Bananen und Gemüse wie Grünkohl, Möhren, Zuccini o.ä. sollten jetzt den Speiseplan ergänzen.  Die Möhre auf einen an der Stallwand befestigten Nagel gespießt oder ein Apfel an einem Bindfaden frei baumelnd aufgehängt - das vertreibt gut die Langeweile.

Bei einigermaßen sauberer Stalleinstreu fördert das Einstreuen von Körnern in diese die Bewegung der Tiere und unterstützt das Verbrennen von zusätzlichen Kalorien.  Ein bisschen Anstrengen hilft, die träge und dunkle Winterzeit ein wenig zu relativieren.

Ca. vier Wochen vor der beginnenden Zuchtphase wird die „Hungerzeit“ beendet.

Die Lichtzufuhr wird erhöht(ca.14h/d) und die Vorbereitung für die anstehende Zucht- und Brutphase wird eingeläutet.

Spätestens jetzt sollten die Zuchtstämme zusammengesetzt sein, damit sich alle aneinander gewöhnen können.

Ab jetzt dürfen die Tiere wieder essen soviel sie können und wollen. Standfutter in Futterautomaten ist ideal dafür.  Ausgewogenes Lege- oder Elternzuchttierfutter in Pressform oder als Mehl  bietet der Fachhandel in diversen Varianten an. Ich favorisiere die gemahlene Form, damit die Tiere nicht zu schnell gesättigt sind und keine Langeweile aufkommt.

Eine kleine Körnerration morgens und abends erhalten meine Tiere trotz alledem noch dazu. Nötig wäre es bei dem  heutigen Zucht-Alleinfutter nicht.

Obst, Gemüse und Mineralien bleiben weiterhin auf dem täglichen Speiseplan. All diese Zusatzstoffe werden ans Ei und die heranwachsenden Küken weitergegeben und garantieren einen optimalen Start ins Leben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„gemixtes“ Futter ist attraktiv

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Diverse Produkte des Fachhandels

Bei schönem Wetter bietet der Auslauf im beginnenden Frühjahr wieder viel Abwechslung und den ein oder anderen Leckerbissen. Wichtig ist die Bewegung an der frischen Luft, aber Vorsicht bei zu kalten Temperaturen. Diese könnten sich negativ auf die Befruchtung auswirken.

Aber auch Zuchttiere, die für die Zuchtphase im Stall oder Box gehalten werden, sollten diese Zeit gut und problemlos mit der entsprechenden Zusatzfütterung überstehen. Manche berichten gar, dass die Befruchtung bei dieser Haltungsform besser sei, als bei freiem Auslauf.

Nach meiner Erfahrung ist die ideale Zeit für den Kükenschlupf der Monat März. Die Küken aus diesem Monat entwickeln sich zumeist am besten. Je nach Rasse müssen aber frühere oder auch spätere Bruttermine gewählt werden, damit die Jungtiere ausreichend Zeit zur Entwicklung für die anstehende Ausstellungssaison bekommen.

Mit den Jahren wird jeder seine Rasse und deren Eigenarten kennenlernen und daraus sein optimales „Rezept“ für die Zucht und Brut zusammenstellen.

Und bei noch so großer Mühe und Sorgfalt, erlebt man doch jedes Jahr wieder neue Überraschungen, positiv wie negativ. Natur halt. Spannend jedes Mal auf's Neue.

Und nie verzagen!

 

 

„Gute Zucht“

 

Euer

Andreas Stephan

Teil 3

 

Der Kopf

 

Die Zierde unserer Tiere ist der Kopf. Nicht nur beim Hahn sondern auch bei der Henne sind wohl proportionierter Kamm, Kehllappen und Ohrscheiben ein wirklicher Hingucker.

Auch kann man anhand dieser Merkmale die Vitalität, Kondition und Pflegezustand der Hühnchen sehr gut beurteilen. Ein zu großer und instabiler Kamm ist genauso wenig schön anzusehen, wie zu kleine Kopfpunkte. Neben den genotypischen Eigenschaften der Tiere ist vor allem der Züchter gefragt, seine Tiere zum Ausstellungszeitpunkt X topfit zu bekommen. Die Kopfpunkte sind der Spiegel dafür.

Eiweißreiche Fütterung und vermehrte Lichtzufuhr ca. 3-4 Wochen vor dem anvisierten Termin sind dazu von Nöten.

Idealerweise besteht der Kamm der Holl. Zwerge aus 4-6 gut und breit geschnittenen Kammzacken.

Aber hier gibt es oftmals mathematische Differenzen ob der Anzahl der Kammzacken. Wann fang ich an zu zählen? Zählt der Vorkamm dazu? Ist das ein Zacken oder nur ein Knubbel? M-Zacken oder nur unschön geschnitten?

Ein bisschen Anatomie, aber ganz viel Diskussion...... .

Eigentlich gibt im Standard keine Unterscheidung zwischen Vorkamm und Kamm.....also ist beides eins.

D.h. man sollte einfach vorne anfangen, die Spitzen zu zählen, die eindeutig als Kammzacken zu definieren sind.

Es bleibt jedem dann noch überlassen, für den Kandidaten oder gegen den Kandidaten zu zählen.

Kleine und faltenfreie Kehllappen (Aufklappen der Kehllappen beachten)und schöne weiße Ohrscheiben( kleine Bisswunden sind zu tolerieren) runden das Bild des perfekten Holländerkopfes ab.

Und last but not least.....tief in die Augen schauen! Leuchtend und lebhaft soll die Iris sein. Die Augen vergisst man manchmal... .

3 oder 4 Zacken?  :)

 

„Viel Spaß beim Zählen“

Euer

Andreas Stephan

Teil 2

 

Der Zuchtstamm

 

Qualmende Köpfe sieht man in der Zeit nach der letzten Ausstellung  und vor der Brutsaison in den Hühnerställen. Aufzeichnungen werden gemacht und wieder verworfen. Manchmal kann es Tage dauern, bis der „perfekte“ Stamm zusammengesetzt ist.......manche schaffen`s auch in ein paar Minuten.

Es sollte aber ein paar Gedanken und Zeit bedürfen, die Tiere entsprechend ihrer Vorzüge und Nicht-Vorzügen zusammen zu paaren. Der kommende Erfolg in der neuen Saison wird diese Mühe sicher entlohnen.

Wohl dem, der über Jahre über Fallnestkontrollen eine genaue Abstammung seiner Tiere vorweisen kann. Das ist planmäßiges Züchten!

Leider kann das nicht jeder aufgrund von Zeitmangel, Aufwand und bauliche Gegebenheiten.

So sollte man dann seine Zuchtstämme möglichst klein halten(1,1 bis 1,3), so dass man einen gewissen Überblick behält. Aufzeichnungen zu jedem Stamm bzw. den Mitgliedern des Zuchtstammes sollten selbstverständlich sein. So können zumindest einige Vor- und Nachteile später recherchiert werden(Befruchtung des Hahnes, Vitalität der Küken, Eigrößeetc....). Je kleiner der Stamm ist umso eher ist es möglich, die Jungtiere ihren leiblichen Eltern auch ohne Fallnestkontrolle zu zuordnen.

Nur vitale Tiere gehören in den Zuchtstamm! Tiere, die man das Jahr über immer aufpäppeln musste, sollten nicht behalten werden. Auch wenn sie noch so schön sind.

Vitalität sollte der Grundpfeiler jeder erfolgreichen Zucht sein!

Bei der Auswahl der richtigen Zuchttiere stehen gerade bei den Holländischen Zwerghühnern an erster Stelle der Typ und die Form .

Tiere mit langem Rücken und flacher Schwanzhaltung sind keine passenden Holländer-Typen! Auch wenn sie noch so schöne Farbkriterien und Kopfpunkte haben.

Ganz entscheidend für die Form der Holländischen Zwerghühner ist die waagerechte Körperhaltung. Je waagerechter diese ist umso wertvoller ist das Zuchttier.

Bei waagerechter Haltung ist die Schwanzhaltung meist richtig hoch(Schwanz nicht höher als Kamm) und der Rückenschwung kommt zur Geltung. Der tiefste Punkt des Rückens sollte über den Läufen sein. Eine volle und hochgetragene Brust runden das Bild ab.

Durch gezielte Verpaarung können Defizite des einen durch Vorzüge des anderen geschickt ausgeglichen werden.

Allerdings erlebt man doch immer wieder trotz entsprechender Akribie einige Überraschungen. Das ist das Spannende an unserem Hobby.

 

waagerechte Körperhaltung

abfallende Körperhaltung

„Gute Zucht“

Euer

Andreas Stephan

Teil 1

 

„Nach der Ausstellung ist vor der Ausstellung“..... so heißt es jetzt in den meisten Zuchtstätten.

Nach der letzten Schau werden schon im Kopf die neuen Zuchtstämme zusammengestellt. Waren die Urteile der Preisrichter mit ein bisschen Abstand doch nicht so verkehrt? Was muss verbessert werden? Schafft man die Verbesserungen mit den eigenen Tieren? Muss vielleicht ein neuer „Star“ verpflichtet werden?

Viele Gedanken, die einen immer wieder auf ein Neues beschäftigen....bei vielen sind die Gedanken schon vor der ersten Ausstellung gereift und man hat genügend Zeit, nach potentieller Verstärkung Ausschau zu halten.

Wie auch immer..... nach der stressigen Ausstellungssaison heißt es jetzt, den Tieren die nötige Erholungsphase zu gönnen.

Vielleicht orientiert man sich an der Natur- das Licht im Stall wird dem natürlichen Rhythmus angepasst(früh dunkel, spät hell). Das Futterangebot wird nach den „fetten“ Monaten vor der Saison deutlich reduziert. Kein Legemehl, die Körnerration wird mit Gerste oder Hafer gestreckt,  Obst und Gemüse sollten den Speiseplan bereichern.

So haben die Tiere die Möglichkeit, zu „entschlacken“ und überschüssige Fettreserven los zu werden. Die Legetätigkeit wird damit rasch eingestellt.

Vier bis sechs Wochen sollten sie so auf Sparflamme gehalten werden.

Jetzt wäre auch ein guter Zeitpunkt, tierärztliche Kontrollen und ggfs. Behandlungen durchzuführen. Selbstverständlich sollten nur vitale Tiere den Weg in den Zuchtstamm finden. Hier heißt es für den Züchter konsequent zu sein und langfristig zu denken. Leider ist manchmal das schönste Tier oftmals nicht das vitalste. Züchten heißt selektieren....

Ca. drei Wochen vor Brutbeginn geht es dann genau anders herum. Viel Licht(besonders morgens früh einschalten), gutes Futter(weniger Körner, mehr Zuchtfutter/Legemehl), Mineralien, Obst und Gemüse. Ähnlich wie in der Natur wird sehr bald der „Schalter“ auf Fortpflanzung gestellt und es kann wieder spannungsvoll auf ein Neues los gehen.

 

„Gute Zucht“

Euer

Andreas Stephan

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