Die Aufzucht

Der Sommer beginnt und die hoffentlich reichliche Nachzucht wächst und gedeiht.

Manchmal wachsen die Kleinen schneller als einem lieb ist. Wenn der Platz enger wird, denkt man sich: „Ach hätte ich doch nicht alle Eier eingelegt“.

Jetzt heißt es regelmäßig seine kleinen Tierchen beobachten und mustern. Alles was in der Vitalität und Wachstum zurückbleibt sollte aussortiert werden. Es bringt nichts, alles mit durchzufüttern. Gesundheit und Robustheit sind das Fundament jeder erfolgreichen Zucht.

Zudem ermöglicht mehr Platz im Stall den hoffnungsvollen Kandidaten eine bessere Entwicklung.

Gerade in der warmen Zeit fördern überbelegte Ställe eine rasante Verbreitung von Krankheiten. Ich denke gerade an Coccidien, bei denen von einem auf den anderen Tag die Tiere erkranken.

Also Bewegungsfreiheit im Stall und Auslauf sollten hohe Priorität haben. Auch genügend Futter- und Wasserstellen sollten zur Verfügung stehen, damit möglichst alle Tiere bei Bedarf gleichzeitig fressen und trinken können.

Um Langeweile vorzubeugen bevorzuge ich Kükenfutter in Mehlform zur ständigen Aufnahme. Das sättigt nicht so schnell und die Tiere sind im Grunde den ganzen Tag mit der Futteraufnahme beschäftigt.

Ansonsten sind bei der Fütterung der Phantasie kaum Grenzen gesetzt. Abwechslung ist nicht nur für uns nett, auch unsere Tiere danken uns das. In Weichfutter(in Wasser aufgeweichtes Brot) kann man so viele Zutaten hinein mischen. Mineralien, Kalk, Bierhefe, Reiskleie, Kräuter, Öle u.v.m. sind Bestandteile, die mit Vorliebe verputzt werden.

Grünfutter wie Gras, Klee, Brennnesseln oder Gemüse wie Zuccini, Möhren, Gurken oder Obst wie Äpfel, Birnen etc. komplettieren den Futtertisch.

Die Mühen, die man jetzt zu Beginn der Aufzucht in die Fütterung und Gesundhaltung investiert, werden am Ende der Saison oftmals entlohnt.

Um Platz im Stall zu schaffen, muss regelmäßig die „Truppe“ begutachtet werden.

Anfangs wird man sich auf Kammschnitt und Vitalität beschränken. Die Hähnchen kann man schon recht zeitig nach entsprechenden Kammkriterien durchschauen.

Aber auch formlich lassen einige Kandidaten schon manches Potential erkennen. Die waagerechte Haltung und der angehobene Schwanz lassen sich oft schon im Kükenalter kritisch beurteilen.Jedoch auch anfänglich eher unscheinbare Tiere, überraschen im Herbst nach der letzten Mauser plötzlich.

Aber man muss sagen, früh nach Form auszusortieren, bedarf schon mancher Erfahrung.

Ähnlich verhält es sich mit den Farbaspekten. Bei den Wildfarben lassen sich zeitig Tiere mit feiner, gleichmäßiger Rieselung von denen mit recht grober unterscheiden. Gerade die Flügelbinden bei den Hennchen weisen oftmals den farblichen Weg.

Diejenigen, die im Kükenfederkleid zu grob erscheinen, werden bei mir sukzessive aussortiert. Auch Flitter(heller Saum um die Mantelfedern) erkennt man relativ früh, gerade bei Tageslicht bei der Bewegung im Freien.

Brustfülle und –farbe verändern sich im Laufe der Entwicklung noch ziemlich stark. Da sollte man bis nach der letzten Mauser abwarten.

Ist die Auswahl an Tieren groß, kann bzw. sollte man strenger vorgehen. Ist sie kleiner sollte man Prioritäten setzen. Und immer beachten: die Form ist das A und O!

Formlich zeigen manche schon früh ihr mögliches „Potential"

Nuancen der Rieselung kann man schon früh unterscheiden(feine Rieselung unten)

 

„Eine erfolgreiche Aufzucht“ wünscht

 

Euer

Andreas Stephan

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